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Gehaltsabrechnung Kostenlos

Jeder Arbeitnehmer erhält monatlich für seine geleisteten Dienste eine Lohnabrechnung seines Arbeitgebers. Doch wenn man nicht gerade als Lohnbuchhalter arbeitet, kann der Blick auf die Übersicht auch schon einmal Fragen aufwerfen. Schließlich ist nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich, warum welche Position auf der Gehaltsabrechnung aufgeführt ist. Besonders die daraus folgende Behandlung in der Sozialversicherung und Lohnsteuer kann mitunter verwirrend sein. Die folgenden Absätze sollen dabei helfen, auch als Einsteiger einen guten Überblick über das Themengebiet gewinnen zu können. Aufgezeigt wird, wie eine Gehaltsabrechnung aufgebaut ist, wie sich die Abzüge zusammensetzen und was man als Arbeitnehmer darüber hinaus wissen oder beachten sollte.

  1. Allgemeine Informationen zur Gehaltsabrechnung

Die Gehaltsabrechnung ist für Arbeitgeber ein verbindlicher Nachweis ihren Arbeitnehmern gegenüber, welche Leistungen und Bezüge sie für ihre Arbeit im Monat erhalten haben. Gleichzeitig wird aufgeschlüsselt, wie sich die Abzüge im Hinblick auf die Lohnsteuer, die Sozialversicherung und in anderen Bereichen zusammensetzen. Geregelt sind diese Vorgaben in der Gewerbeordnung. Dort ist auch hinterlegt, welche Daten auf einer Lohnabrechnung festgehalten werden müssen. Die Wichtigsten davon:

  • Der Arbeitgeber mit Name und Anschrift
  • Der Arbeitnehmer mit Name, Anschrift und Geburtsdatum
  • Anfang der Beschäftigung, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses zusätzlich das Ende der Beschäftigung
  • Die Sozialversicherungsnummer des Arbeitnehmers
  • Den Abrechnungszeitraum mit dem Vermerk der für Steuer und Sozialversicherung relevanten Zahl der Tage
  • Lohnsteuerklasse, Kinderfreibeträge und Konfession
  • Ggf. Faktor, Freibeträge oder Hinzurechnungsbeträge für die Steuer

Im Regelfall wird die Lohnabrechnung von einem Steuerberater oder einem firmeninternen Lohnbüro erstellt. So hat man als Arbeitnehmer jederzeit den Überblick über seine Bezüge, Abzüge und die daraus resultierende Gehaltszahlung.

  1. Die Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist im engeren Sinne eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Sie soll gewährleisten, dass das Finanzamt sich nicht erst nach Abschluss eines Jahres darum bemühen muss, die Einkommensteuer mühsam von jedem Bürger einzutreiben. Entsprechend wurde ein Vorauszahlungsmodell gewählt, das die Arbeitgeber dazu verpflichtet, die fällige Lohnsteuer bereits vom Gehalt der Arbeitnehmer abzuführen.

Da es sich hierbei nur um eine ungefähre Vorauszahlung handelt, kann es passieren, dass man zu viel oder zu wenig Steuer vorauszahlt. Besonders hängt das von der jeweiligen Lohnsteuerklasse ab. In vielen Fällen lohnt sich die Anfertigung einer Einkommensteuererklärung, da nicht selten auf diese Weise Geld vom Finanzamt zurückgeholt werden kann. In den Fällen, in denen erfahrungsgemäß zu wenig Steuer vorausgezahlt wird – gerade bei selbstständiger Arbeit oder Wahl der Lohnsteuerklassen III/V als Ehepaar, wird das Finanzamt den oder die Steuerpflichtigen normalerweise von alleine dazu verpflichten, eine Steuererklärung anzufertigen.

    1. Aufbau der Lohnsteuerklassen

Je nach gewählter Lohnsteuerklasse werden in der Berechnung bereits verschiedene Freibeträge mit einbezogen. Deshalb ist es beispielsweise so, dass bei allen Steuerklassen bereits der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag (bis auf VI) und der Grundfreibetrag (bis auf V und VI) bei der Lohnabrechnung mit einbezogen sind. Bei Alleinerziehenden kommt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende hinzu. Die Steuerklassen III, IV und V sind Ehepaaren vorbehalten. Steuerklasse IV ist dabei identisch zu Steuerklasse I. Bei den Steuerklassen III/V erhält der Steuerpflichtige in Steuerklasse III den doppelten Grundfreibetrag, der Partner in Steuerklasse V dafür gar keinen. Das ist vor allem bei Familien mit Alleinverdiener sehr sinnvoll, da so die Lohnsteuer für den Ehepartner in Steuerklasse III deutlich niedriger ausfällt.

Lohnsteuerklasse VI hat eine Sonderrolle. Hier muss ab dem ersten Euro Steuer abgeführt werden. Das ist vor allem dann erforderlich, wenn jemand eine zweite lohnsteuerpflichtige Stelle zu seinem Hauptjob antritt. Nur eine Anstellung kann in der jeweils regulären Steuerklasse abgerechnet werden, die andere wird maximal versteuert, damit das Finanzamt auf keinen Fall eine zu geringe Lohnsteuer erhält.

Tipp: Wird dem Arbeitgeber zu Beginn einer neuen Anstellung keine gültige Sozialversicherungsnummer mitgeteilt, so ist er nach wenigen Wochen dazu verpflichtet, nach Lohnsteuerklasse VI abzurechnen. Entsprechend ist es wichtig, dem Arbeitgeber immer diese Nummer mitzuteilen, um nicht viel zu viel Steuer vorauszuzahlen,

Die folgende Tabelle gibt Aufschluss darüber, welche Lohnsteuerklasse welche Freibeträge beinhaltet und für wen die jeweilige Lohnsteuerklasse gedacht ist.

Steuerklasse Für wen? Enthaltene Freibeträge
I Alleinstehende – Arbeitnehmerpauschbetrag

– Grundfreibetrag

– Sonderausgabenpauschbetrag

II Alleinerziehende – Arbeitnehmerpauschbetrag

– Grundfreibetrag

– Sonderausgabenpauschbetrag

– Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

III Ehepartner; der andere Ehepartner erhält Steuerklasse V – Arbeitnehmerpauschbetrag

– Grundfreibetrag (x2)

– Sonderausgabenpauschbetrag

IV Ehepartner; beide Ehepartner erhalten Steuerklasse IV – Arbeitnehmerpauschbetrag

– Grundfreibetrag

– Sonderausgabenpauschbetrag

V Ehepartner; der andere Ehepartner erhält Steuerklasse III – Arbeitnehmerpauschbetrag

– Sonderausgabenpauschbetrag

VI Personen mit einem zweiten lohnsteuerpflichtigen Verdienst oder bei Nichtangabe der Sozialversicherungsnummer – keine

 

    1. Stimmt der Mythos, dass Ehepartner immer III/V wählen sollten?

Nicht immer ist bei Verheirateten die Wahl der Steuerklasse III/V die perfekte Wahl. Schließlich ändert sich dadurch gegenüber den Steuerklassen IV/IV die tatsächlich zu entrichtende Steuer nicht – einzig die Vorauszahlung ist niedriger. Daher fordert das Finanzamt eigentlich immer bei Wahl der Steuerklassen III/V zur Anfertigung einer Steuererklärung auf. Nicht selten wird dadurch eine – teils erhebliche – Steuernachzahlung fällig.

Tipp 1: Man kann die Wahl der Steuerklasse mit der Strom- oder Heizkostenvorauszahlung vergleichen. Ist man eher der Typ, der lieber viel vorauszahlt und mit der Jahresabrechnung eine Erstattung bekommt, ist IV/IV besser. Hier lohnt sich meist die freiwillige Anfertigung einer Steuererklärung. Zahlt man lieber wenig voraus und nimmt dafür eine eventuell hohe Nachzahlung in Kauf, könnte III/V besser geeignet sein.

Tipp 2: Eine allgemeine Faustregel besagt, dass das Verhältnis der beiden Einkommen mindestens bei 60:40 Prozent liegen sollte, damit sich III/V lohnt. Sprich: Ein Partner sollte mindestens 1,5-mal so viel verdienen wie der andere. Bei Alleinverdienern in der Ehe ist das selbstverständlich immer der Fall, sodass sich hier III/V immer lohnt.

  1. Die Sozialversicherung

Die Sozialversicherung ist für die zweite große Position der Abzüge auf der Gehaltsabrechnung verantwortlich. Diese soll für die Absicherung des Arbeitnehmers in den unterschiedlichsten Lebenssituationen sorgen. Insgesamt gibt es dabei fünf verschiedene Versicherungen: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Unfallversicherung. Allerdings wird die Unfallversicherung nur vom Arbeitgeber entrichtet. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Abzüge und die Tätigkeitsfelder der Versicherung für das Jahr 2017:

Versicherung Beitrag* Beitrag AN* Beschreibung
KV

14,6%

7,3%

Übernimmt Kosten, die durch Krankheit, Mutterschaft und Unfälle entstehen. Bei längerer Krankheit (mehr als 6 Wochen) zahlt sie das Krankengeld an den Arbeitnehmer.
KV (ermäßigt)

14,0%

7,0%

Wird bei Mitgliedern ohne Anspruch auf Krankengeld erhoben (Selbstständige, Studenten, Hausfrauen und –männer).
KV Zusatzbeitrag

Ø 1,1%

1,1%

Der Zusatzbeitrag ist ausschließlich vom Arbeitnehmer zu tragen. Die Höhe unterscheidet sich je nach Krankenkasse.
PV

2,55%

1,275% (Sachsen: 1,775%)

Übernimmt im Falle der Pflegebedürftigkeit je nach Pflegestufe die Kosten bis zu den jeweils festgelegten Höchstsätzen.
PV Zusatzbeitrag

0,25%

0,25%

Wird ab dem 24. Lebensjahr bei Arbeitnehmern ohne Kinder erhoben.
AV

3,0%

1,5%

Fördert bei Arbeitslosigkeit das Finden einer neuen Stelle und sichert über Arbeitslosengeld das Einkommen.
RV

18,7%

9,35%

Sorgt für die Altersvorsorge des Arbeitnehmers.

* „Beitrag“ weist die Gesamtabgaben, „Beitrag AN“ die direkten Abgaben des Arbeitnehmers prozentual vom Sozialversicherungsbrutto aus.

 

Die jeweiligen Arbeitnehmerbeiträge werden prozentual vom Sozialversicherungsbrutto (vergl. Abschnitt 4) abgezogen – allerdings maximal bis zu einer gewissen Gehaltshöhe. Verdient ein Arbeitnehmer mehr, muss er für den jeweiligen Bereich nur bis zur Höchstgrenze Abgaben leisten.

Versicherung Bemessungsgrenze 2017
KV + PV EUR 4.350,00
RV + AV EUR 6.350,00

 

  1. Wie ist eine Gehaltsabrechnung aufgebaut?

Theoretisch ist der Aufbau einer Gehaltsabrechnung simpel:

  1. Es werden zunächst alle Leistungen und Bezüge, die ein Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erhält, aufsummiert. Das Ergebnis ist das Gesamtbrutto.
  2. Von diesem werden alle Positionen abgerechnet, die nicht für die Sozialversicherung relevant sind. Man erhält das Sozialversicherungsbrutto.
  3. Anschließend werden alle Positionen abgezogen, die nicht für die Lohnsteuer relevant sind. Das Ergebnis ist das Steuerbrutto.
  4. Nach Abzug der Lohnsteuer und der Sozialabgaben verbleibt das Nettogehalt.
  5. Zuletzt werden alle Positionen abgezogen, die nicht (mehr) bar ausgezahlt werden. Es verbleibt der Auszahlungsbetrag.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, welche Positionen die Berechnung in den jeweiligen Bereichen beeinflussen können.

Schritt Position Beschreibung
1. + Geldbezüge Lohn, Gehalt, Zuschläge.
+ vermögenswirksame Leistungen Die vermögenswirksamen Leistungen müssen nur im Falle eines Zuschusses durch den Arbeitgeber als Bezug eingerechnet werden.
+ betriebliche Altersvorsorge Die betriebliche Altersvorsorge kann als zweite Säule der Altersvorsorge genutzt werden. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber geschaffen. Vor allem lässt sich durch die Entgeltumwandlung für diesen Bezug Steuer und Sozialversicherung einsparen.
+ Sachbezüge Geldwerte Vorteile durch Privatnutzung eines Firmen-PKWs, Mitarbeiterrabatte, Sachgeschenke oder Ähnliches.
= Gesamtbrutto
2. – betriebliche Altersvorsorge Nicht in jedem Fall wird die betriebliche Altersvorsorge (vollständig) von der SV ausgenommen. Allerdings gibt es dafür sehr komplexe Einzelfallregelungen.
= SV-Brutto
3. – Steuerfreibeträge Wird abgezogen, wenn beim Finanzamt auf Basis der Vorjahre ein erhöhter Werbungskosten- oder Sonderausgabenabzug im Voraus beantragt wird.
= Steuerbrutto
4. – Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag Die Lohnsteuer wird vom Steuerbrutto berechnet. Die Kirchensteuer beträgt 9% (Baden-Württemberg: 8%) der Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag 5,5%.
– Kranken-, Pflege, Arbeitslosen-, Rentenversicherung Die Sozialversicherung wird prozentual vom SV-Brutto abgezogen (vergl. Abschnitt 3).
= Nettogehalt
5. – Sachbezüge Der vorher berechnete geldwerte Vorteil ist nur eine Rechengröße und wird nicht ausbezahlt.
– vermögenswirksame Leistungen Die vermögenswirksamen Leistungen werden direkt vom Arbeitgeber abgeführt.
– sonstige Abzüge Beispiele: Pfändungen, Vorschüsse, Rückführung eines Darlehens an den Arbeitgeber.
+ steuer- und SV-freie Erstattungen Erstattungen für Reisekosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Fahrtkosten oder berufliche Auslagen.
= Auszahlungsbetrag

 

  1. Ein Beispiel für die Gehaltsabrechnung

Max Muster ist 30 Jahre alt, ledig, evangelisch, hat keine Kinder und lebt in Köln. Er ist bei einem großen Versicherungsunternehmen angestellt und erhält ein monatliches Festgehalt von 3.000 Euro. Zusätzlich erhält er für den letzten Monat eine erfolgsbezogene Prämie von 800 Euro und eine Kiste eines sehr erlesenen Rotweins (Wert: 200 Euro). Damit er seine Kundentermine wahrnehmen kann, hat er von seinem Arbeitgeber einen PKW (Bruttolistenpreis: 60.000 Euro) zur Verfügung gestellt bekommen, den er auch privat nutzen darf. Zur Finanzierung seines Eigenheims hat er von seinem Arbeitgeber einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro aufgenommen, von dem er jeden Monat 600 Euro an den Arbeitgeber zurückzahlt.

Die Gehaltsabrechnung von Max Muster sieht für den letzten Monat wie folgt aus:

Schritt Position Wert Beschreibung
1. + Gehalt + EUR 3.000,- Geldbezug
+ Prämie + EUR 800,- Geldbezug
+ Wein + EUR 200,- Sachbezug, der nicht als steuerfreie Aufmerksamkeit (bis 60 Euro) berücksichtigt werden kann.
+ PKW + EUR 600,- Geldwerter Vorteil durch Privatnutzung des PKW (vergl. 1-%-Regelung).
= Gesamtbrutto = EUR 4.600,-
2. = SV-Brutto = EUR 4.600,-
3. = Steuerbrutto = EUR 4.600,-
4. – Lohnsteuer – EUR 908,83 Gemäß Lohnsteuertabelle 2017; je nach Steuerrechner bzw. genutzter Lohnsteuertabelle sind minimale Abweichungen der Werte möglich.
– Kirchensteuer – EUR 81,79 9% der Lohnsteuer.
– Solidaritätszuschlag – EUR 49,92 5,5% der Lohnsteuer.
– Krankenversicherung – EUR 365,40 7,3% AN-Anteil + 1,1% Zusatzbeitrag vom SV-Brutto. Achtung: Bemessungsgrenze 4.350 Euro.
– Pflegeversicherung – EUR 66,34 1,275% AN-Anteil + 0,25% Zusatzbeitrag für Kinderlose ab 23 Jahren vom SV-Brutto. Achtung: Bemessungsgrenze 4.350 Euro.
– Rentenversicherung – EUR 430,10 9,35% AN-Anteil vom SV-Brutto.
– Arbeitslosenversicherung – EUR 69,00 1,5% AN-Anteil vom SV-Brutto.
= Nettogehalt = EUR 2.628,62
5. – Wein – EUR 200,- Der Wert des Weins ist nur eine Rechengröße und wird nicht ausbezahlt.
– PKW – EUR 600,- Der Wert des PKWs ist ebenfalls eine Rechengröße zur Ermittlung des Sachbezugs und wird nicht ausgezahlt.
– Kreditrate – EUR 600,- Die Kreditrate behält Max Musters Arbeitgeber direkt von seinem Monatsgehalt ein.
= Auszahlungsbetrag = EUR 1.228,62

 

  1. Das elektronische Lohnsteuermeldeverfahren: Was mache ich, wenn ich mit der falschen Lohnsteuerklasse abgerechnet werde?

Im Regelfall wird die Lohnabrechnung von einem Steuerbüro oder der internen Lohnbuchhaltung selbst vorgenommen. Die dazu notwendigen Angaben sind unter anderem die Steuerklasse, eine Mitgliedschaft in der Kirche und Kinderfreibeträge. Durch die Umstellung des Verfahrens von der physischen Lohnsteuerkarte hin zu ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) können diese Daten nur noch elektronisch abgerufen werden. Während vor wenigen Jahren noch eine manuelle Änderung der Daten möglich und notwendig war, ist mittlerweile der elektronische Datenabruf verbindlich.

Zuständig für die Verwaltung der Daten sind das Finanzamt und das Bundeszentralamt für Steuern, das die Datenbank zur Speicherung der Merkmale führt. Wichtige Daten, die eine Änderung der Besteuerung nach sich ziehen, sind die Hochzeit, die Geburt eines Kindes, ein Umzug oder die Änderung der Kirchenzugehörigkeit. Diese Änderungen werden im Regelfall automatisch von den jeweils zuständigen Behörden an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt.

Sollte es dennoch einmal zu einem Fehler oder einer falschen Besteuerung kommen, kann mittlerweile weder der Steuerberater, noch das eigene Lohnbüro direkt weiterhelfen. Schließlich ist der elektronische Datenabruf verbindlich. Entsprechend muss in einem solchen Fall das Finanzamt kontaktiert werden, um eine Korrektur der hinterlegten Daten zu veranlassen. In den meisten Fällen benötigt das Finanzamt einfach nur Nachweise zum Sachverhalt für die Steuer.

  1. Die Steuerprogression: Warum bleibt von der Gehaltserhöhung so wenig übrig?

Im Zusammenhang mit der Einkommensteuer ist häufig die Rede davon, dass es sich dabei um ein progressives Steuermodell handelt. Gemeint ist damit, dass nicht jeder prozentual den gleichen Anteil seines Einkommens als Steuer abführt, sondern diejenigen, die mehr verdienen, eine prozentual höhere Steuerlast tragen müssen. Das liegt allerdings nicht daran, dass der Steuersatz einfach so prozentual mit dem Einkommen wachsen würde, auch wenn es in der Praxis gemäß Lohnsteuertabelle so aussieht. Vielmehr gibt es je nach Verdiensthöhe unterschiedliche Steuersätze, die im Zusammenspiel eine höhere Steuerlast mit steigendem Einkommen ergeben. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Gehaltsbereiche beziehungsweise Steuerstufen, die bei der Besteuerung berücksichtigt werden:

  1. 0 bis 8.820 Euro
  2. 8.821 bis 13.769 Euro
  3. 13.770 bis 54.057 Euro
  4. 54.058 bis 256.303 Euro
  5. Ab 256.304 Euro

Da die jeweiligen Berechnungsformeln der Stufen 2 bis 5 sehr komplex sind, werden sie an dieser Stelle nicht näher ausgeführt. Die Systematik dahinter ist allerdings die Folgende: Für den Verdienst innerhalb von Stufe 1 wird keine Steuer fällig. Dabei handelt es sich um den sogenannten Grundfreibetrag. Für Stufe 2 wird ein vergleichsweise geringer Steuersatz fällig, für 3 und 4 erhöht er sich jeweils zur Vorstufe, bis der Steuersatz bei Stufe 5 sein Maximum erreicht. Allerdings wird dabei nicht das komplette Jahresgehalt betrachtet und der Arbeitnehmer muss dann den Steuersatz dieser Gehaltsgruppe zahlen. Stattdessen durchläuft das Gehalt jede dieser Stufen. Wer beispielsweise ein Jahresgehalt von 300.000 Euro hat, zahlt:

  • für die ersten 8.820 Euro keine Steuer,
  • für die nächsten 4.948 Euro den niedrigsten Steuersatz,
  • für die nächsten 40.287 Euro einen mittleren Steuersatz,
  • für die nächsten 202.245 Euro bereits einen hohen Steuersatz,
  • für seinen Verdienst darüber hinaus (in diesem Fall 43.697 Euro) den Spitzensteuersatz.

Würde man in diesem Beispiel 20.000 Euro mehr pro Jahr verdienen, dann würden auch diese 20.000 Euro vollständig mit dem Spitzensteuersatz versteuert werden. Bei 20.000 Euro weniger würden nur noch 23.697 Euro mit dem Spitzensteuersatz belastet werden.

Das ist auch genau der Grund, warum von einer Gehaltserhöhung meist relativ wenig netto übrig bleibt. Schließlich wird das Monatsgehalt auf das Jahr hochgerechnet und eine Lohnsteuer auf Grundlage der oben beschriebenen stufenweisen Versteuerung gezahlt. Das bedeutet, dass eine Gehaltserhöhung immer automatisch auf der höchsten Steuerstufe belastet wird, die das eigene Gehalt erreicht.

Ein Beispiel: Das Monatsgehalt von Ulrike M. wird von 4.500 Euro auf 5.000 Euro erhöht. Damit steigt sie von einem Jahresgehalt in Höhe von 54.000 Euro auf 60.000 Euro. In Steuerklasse I hat sie für ihre bisherigen 4.500 Euro 873,50 Euro Lohnsteuer monatlich gezahlt, also umgerechnet durchschnittlich 19,4 Prozent ihres Bruttogehalts. Bei 5.000 Euro sind es plötzlich 1.055,66 Euro. Für ihre Gehaltserhöhung von 500 Euro zahlt sie also 182,16 Euro Lohnsteuer – das sind 36,4%, und die Sozialversicherung ist noch gar nicht eingerechnet!

Was ist passiert? Ganz einfach: Mit einem kleinen Teil ihrer Gehaltserhöhung (47 Euro pro Jahr) ist sie bereits in ihrer bisher höchsten Steuerstufe 3 gelandet, mit dem Rest ihrer Gehaltserhöhung erschließt sie die für sie völlig neue Steuerstufe 4 – die ihr rund 36,4 Prozent der Gehaltserhöhung direkt wieder abzieht. Analog funktioniert das auch bei kleineren Einkommen, wenn auch nicht ganz so drastisch.

  1. Welche Möglichkeiten gibt es, weniger Lohnsteuer zu bezahlen?

Für die tatsächliche Steuerlast am Jahresende sind einige Faktoren ausschlaggebend. Schließlich kann das Einkommen um bestimmte Belastungen gemindert werden, die in Zusammenhang mit dem Beruf stehen oder eine Person überdurchschnittlich stark belasten. Gemeint sind vor allem Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Sind diese relativ hoch, so ist es sinnvoll, diese nicht erst am Jahresende, sondern bereits bei der Lohnsteuerberechnung innerhalb des Jahres zu berücksichtigen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: einerseits die Beantragung eines Freibetrags, der direkt mit der Lohnabrechnung genutzt wird, andererseits für Verheiratete die Steuerklasse IV/IV mit Faktor.

    1. Freibetrag für die Lohnsteuer

Ein Freibetrag für die Lohnsteuer kann beim Finanzamt beantragt werden, wenn regelmäßig höhere Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen anfallen – oder absehbar und nachweisbar ist, dass die bereits berücksichtigten Pauschbeträge im laufenden Jahr deutlich überschritten werden. Mindestens müssen diese Mehrbelastungen im Kalenderjahr 600 Euro übersteigen. Der ermittelte Freibetrag wird schließlich auf die (restlichen) Monate des Jahres aufgeteilt, gewährt wird er ab dem Folgemonat der Antragstellung. Entsprechend ist der November die letzte Möglichkeit, für das aktuelle Jahr einen Antrag zu stellen, da spätestens mit dem Dezember eine Verrechnung des Freibetrags erfolgen muss.

    1. Steuerklasse IV/IV mit Faktor

Wer in der Steuerklasse IV/IV ist, hat die Möglichkeit, einen steuermindernden Faktor beim Finanzamt zu betragen. Das soll eine bessere Lösung zwischen den Steuerklassen III/V (Vorauszahlung häufig zu niedrig) und IV/IV ohne Faktor (Vorauszahlung häufig zu hoch) ermöglichen. Gemäß der regelmäßigen Gehälter der Ehepartner ermittelt das Finanzamt dabei, wie hoch die tatsächliche Steuerlast am Ende des Jahres wäre und setzt diese in Bezug zu den eigentlich fälligen Lohnsteuervorauszahlungen. Das Ergebnis ist ein Faktor, der auf beide Ehepartner bei der Gehaltsabrechnung angewendet wird, wodurch sich die Lohnsteuer verringert.

  1. Fazit

Die wichtigsten Faktoren im Zusammenhang mit der Lohnabrechnung sind die Lohnsteuer und die Sozialversicherung. Ein Großteil der Bezüge, die man als Arbeitnehmer erhält, ist lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Da allerdings für jede Position individuelle rechtliche Bestimmungen gelten können, kann auch dieser Inforatgeber nur einen Auszug dessen darstellen, was die Lohnsteuer und die Sozialversicherung umfasst.

Sollten darüber hinaus Fragen zu einer Gehaltsabrechnung bestehen, lohnt es sich, sich einen direkten Ansprechpartner zum Sachverhalt zu suchen. Das kann die firmeninterne Lohnabteilung, der Chef selbst oder der Ansprechpartner beim Steuerberater der Firma sein. Auch das Finanzamt kann helfen, besonders wenn es darum geht, Anträge zu Faktor oder Freibeträgen zu stellen oder Korrekturen zu den hinterlegten Steuerdaten durchführen zu lassen. So kommt auch in schwierigen Fällen Licht in das Dunkel der Gehaltsabrechnung.